Meinungsbezogener Beitrag 
Sonntag, 13. März 2016
Von: Phil Osof
 

Im journalistischen Alltag wird so viel gelesen, gesehen oder gehört, dass es eigentlich viel zu traurig wäre, die Sahnehäubchen der Berichterstattung unkommentiert zu lassen. Man selbst ist gar nicht in der Lage, das ganze Weltgeschehen abzubilden. Ein Glück, dass wir viele Zeitungen, Zeitschriften, TV- und Radiosender und auch Blogs und Podcasts in Deutschland haben, die wirklich gute Arbeit leisten. In der Reihe „Ausgelesen“ möchte ich also einen Schritt zurück treten und auf die hervorragende Arbeit anderer Journalisten aufmerksam machen.

Zwar konsumiere ich echt viele Inhalte von Kollegen, doch gerade zu Beginn dieser Rubrik war ich mir doch recht unsicher, wo ich eigentlich beginnen soll. Die Auswahl guter journalistischer Kost ist einfach sehr groß. Einige Magazine, die ich mir gleich zu Beginn zur Seite legte, gibt es allerdings inzwischen schon nicht mehr am Kiosk. Ich werde versuchen, einen guten Mix aus aktuellem und nur noch digital erhältlichem Angebot zu finden. Ein Vorhaben, dass in der heutigen ersten Episode aber dann letztlich gar keine Rolle spielt. Alle drei Artikel sind momentan auch noch gedruckt erhältlich.

Über eine überraschend besonnene und ruhige Kanzlerin …

…ließt man in der dieswöchigen Zeit. Im Titelthema „Weltmacht Geduld“ schreibt Bernd Ulrich eine fast schon kolumnenartige  Zusammenfassung der Fragen, die sich kurz vor dem Wahlwochenende in Deutschland stellen. Wunderbar augenzwinkernd zeigt er hierbei die irrwitzige Konstellation von Parteien und Politikern auf, die nicht mehr wirklich zu passen scheint.

Heute stellen die Grünen die Kanzlerin, die aber möglicherweise in der CDU ist, während die CDU den baden-württembergischen Ministerpräsidenten stellt, der aber, wie man hört, bei den Grünen sein soll. quote

Was würde eine Wahl der CDU-Spitzenkandidaten Wolf und Klöckner bedeuten, die sich glasklar von der merkel’schen Flüchtlingspolitik abgrenzen? Was bedeutet ein gutes Wahlergebnis für Frauke Petrys AfD? Und wieso ist die Bundeskanzlerin die Ruhe selbst?

Ulrich beschreibt, welche Probleme trotz eventueller Eindrittelmehrheit für den Merkelkurs noch vor einer glücklichen Einigung in Europa mit der Türkei liegen, welche Steinigen EU-Gipfel noch erklommen gehören. Dieser Artikel gibt einen ganz untrockenen Überblick für jene, die ihn bei all der Schnelllebigkeit zu verlieren scheinen.

[„Weltmacht Geduld“ von Bernd Ulrich Aus der Zeit Nr. 12/16]

Jung und risikofreudig …

… präsentieren sich die 20 unter 20 – Jährigem, die in der aktuellen t3n vorgestellt werden. Das Magazin hat sich diesmal zum Schwerpunkt gemacht, die Millenials, die Generation Z, die Digital Natives zu portraitieren. Sie sind es nämlich, die unsere Zukunft und unseren Fortschritt bestimmen werden. Sie sind jene Generation, die kräftig anpackt und sich nicht von Risiken beunruhigen lassen. Hier blitzt und funkt der Unternehmergeist, der vielleicht kindische Enthusiasmus und die Gewissheit, schon auf dem richtigen Weg zu sein. An den 20 vorgestellten Heranwachsenden und Jungerwachsenen, die eloquent den Nerv der Zeit getroffen haben, scheint dieser Einstellung wahrlich nichts schlechtes getan.

Zugegeben: Ich musste das Heft dann und wann zur Seite legen und mir gut zureden, dass es nicht schlimm ist, mehr als zehn Jahre älter zu sein, aber noch kein Jobangebot aus Silicon Valley erhalten, kein StartUp auf den Weg gebracht zu haben und auch kein EU-Berater zu sein. Wenn man aber über die ersten Panikattacken hinweg ist, bringen die Gedanken und Ideen der Junggründer Mut, die eigenen Hürden zu überspringen. Gerade toll  für Selbstständige und jene, die es werden wollen.

[„20 unter 20“ von Anja Braun, Luca Caracciolo, Florian Alexander Schmidt, Andreas Weck und Lea Weiterkamp aus der t3n Nr. 43]

„Deutlich dichter und deutlich höher“ …

… soll Berlin werden. Darüber debattieren Hauptstädter immer wieder gerne in hitzigen und langen Runden. Gerade Alexanderplatz, Potsdamer Platz und Zoologischer Garten wollen hoch hinaus. Die Anwohner sind dagegen eher auf dem Teppich geblieben. In der Berliner Morgenpost vom 10. März werden zwei Pläne vorgestellt, die gerade die Gemüter in Rage versetzen.

Während die „Urbane Mitte“ am Gleisdreieck mit fünf bis sieben Türmen mit bis zu 90 Metern Höhe schon sehr nah an die Realisierung heranrückt, gibt es für den Alexanderplatz Vorschläge über Vorschläge und gefühlt genauso viele Gegen- wie Unterstützerstimmen. Die Berliner mögen halt, wenn alles so bleibt, wie es ist. Doch dass sich das Stadtbild wegen des Einwohnerzuwachses verändern wird, ist unausweichlich.

Nun hat das Pariser Architektenteam Ferminan + Spagnoletta einen neuen Vorschlag eingebracht: Ein 166 Meter hoher Wolkenkratzer aus futuristisch darbietenden Quadern wäre doch eine wunderbare Ergänzung zwischen Alexanderplatz und Hacksicher Markt. Sein Name: „Kaleidoscope Skyscraper Hotel“.

[„Neue Hochhauspläne für Berlins Mitte“ von Isabell Jürgens aus der Berliner Morgenpost von Donnerstag, dem 10. März 2016]

Marc-Philipp Schneider (Phil Osof) arbeitet und lebt als Cross-Media-Journalist in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur von MOVING MAN Infotainment betreut er bei netzwerk recherche die Liveblog-Redaktion. Zuvor arbeitete er unter anderem als Juniorkorrespondent für die Nachrichtenagentur JIJI Press, machte bei Deutsche Welle Station und produzierte diverse Radioformate für Lokalsender.
 

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"Ausgelesen" erscheint ab dem 21. März als das neue Podcast-Format mit dem Blick über den Tellerrand dieses Magazins. Die hier vorgestellten Artikel und Produktionen waren besonders interessant.

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