Donnerstag, 21. Februar 2013
Von: Phil Osof
 

Da hat man mehr erwartet. Doch die heute Nacht vorgestellte neue Konsole von Sony kommt mit weniger Innovation daher als angenommen. Innerhalb der ersten halben Stunde (der wohlgemerkt zweistündigen Konferenz) wurden die zwei großen Neuerungen abgehakt. Ein verbesserter Controller und eine Stereokamera-Leiste für eine mit neuster Technik vollgestopfte Box auf der einen und eine neue Konnektivität auf der anderen Seite. Letzteres ist sogar ein wirklich lobenswerter Fortschritt, den andere Konsolen bislang nicht bedienen. Die PlayStation zeigt sich als flexible und wendige Konsole, die Freunde über das Internet miteinander verbindet. Das Interface soll personifiziert werden, sodass quasi ein eigenes Zocker-Facebook entsteht. Die Interaktionsmöglichkeiten gehen aber darüber hinaus. Portfolios So soll man Videos beim Spielen mitschneiden und hochladen oder live streamen können. Andere Spieler können dann zuschauen oder in das Spielgeschehen eingreifen. Für Mark Stanley ist klar, dass die PS3 sich schon früher an den Wandel in der Spielewelt hätte anpassen müssen. Die Konsumenten werden mobiler – also muss Sony darauf reagieren.

Technisch betrachtet wird die neue PS eine Hochleistungsmaschine, die vor allem (wie zu erwarten war) bei der Grafik keine Abstriche macht. So ist es möglich, die Unreal Engine 4 live zu errechnen und damit sehr realitätsnahe Texturen und Effekte in die Spiele zu integrieren. Abwärtskompatibel zur PS3 wird sie allerdings wohl nicht sein.

Des Weiteren wurde bei der Entwicklung stark mit den führenden Entwicklerstudios zusammengearbeitet, weshalb schon einige Spiele vorangekündigt werden konnten. Diese sind allerdings auf den ersten Blick nicht viel weniger enttäuschend als die gesamte Veranstaltung. Positiv hervorzuheben sind dennoch Killzone4 von Guerilla Games, Ubisofts WatchDogs und die Fortsetzung der InFamous-Reihe aus dem Hause Sucker Punch. Eine Überraschung war der Auftritt von Bungie, die den Titel „Destiny“ ankündigten. Für Microsoft dürfte es ein Schlag ins Gesicht sein, den exklusiven Produzenten Bungie an die Konkurrenz zu verlieren. Ach und noch was: Das von mir totgeglaubte Blizzard setzt Diablo 3 für die neue Sony-Konsole um. Damit versucht sich der Entwickler seit langer Zeit doch noch mal mit einem Konsolenspiel.

Das wars. Mehr kam da nicht. Bis auf den Controller gab es nichts von der PS4 zu sehen. Auch zum Preis, der diesmal viel geringer als bei den letzten PlayStations ausfallen dürfte, hüllt sich Sony in Schweigen. Erscheinen soll das neue Baby zwischen Oktober und Dezember und wie bei der PS3 passiert, rechnet Sony diesmal mit anfänglichen Gewinneinbußen. Konkurrent Nintendo hat übrigens mit der WiiU einen „annehmbaren Umsatz“ erzielt, rechnet aber mit einem baldigen Rückgang der Verkäufe.

Also sieht die Welt für Nintendo weit rosiger aus als für das angeschlagene Sony. Hier wäre eine Revolution von Nöten gewesen, die anscheinend verschlafen wurde. Bleibt nur noch abzuwarten, wie Microsoft (als letzter im Bunde der drei Rivalen) die neue Xbox ausgestattet hat. Es wird vermutet, dass diese im März vorgestellt wird.

Marc-Philipp Schneider (Phil Osof) arbeitet und lebt als Cross-Media-Journalist in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur von MOVING MAN Infotainment betreut er bei netzwerk recherche die Liveblog-Redaktion. Zuvor arbeitete er unter anderem als Juniorkorrespondent für die Nachrichtenagentur JIJI Press, machte bei Deutsche Welle Station und produzierte diverse Radioformate für Lokalsender.
 

Kommentare & Pingbacks (6)


Und Bungie ebenfalls. Nicht mehr XBox-exklusiv..


Ich bin auch erstaunt. War aber nur ein kurzer Auftritt ^^


Wow. Blizzard auf der PS4!


 

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