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Donnerstag, 1. September 2016
Von: Phil Osof
 

Dieses Familiendrama von Lee Tamahori überzeugte bereits auf der diesjährigen Berlinale. Jetzt läuft die Maori-Saga in den deutschen Kinos an. Ein Filmtipp.

Im Film „Mahana“ werden wir zurück in die sechziger Jahre Neuseelands katapultiert. Im Mittelpunkt stehen zwei zerstrittene Maori-Familien, die beide von der Schafschererei leben. Es ist ein hartes Leben, doch es ist der ganze Stolz von Tamahina Mahana – dem Oberhaupt der Mahana-Familie. Er hat seiner Sippe zu einem ansehnlichen Leben verholfen, indem er das Familienunternehmen hochzog. Zusammen versuchen die Mahana dieses Geschäft am Leben zu erhalten. Hier gibt es klare Regeln und eine klare Hierarchie: Tamahina ist hier der Chef und Widerrede gilt nicht.

Simeon, der jüngste Nachwuchs, ist ein gescheiter 14-jähriger Junge. Er ist vielleicht nicht für die harten Arbeiten auf dem Hof geschaffen, doch dafür hat er sehr viel in der Birne. Anstatt dem Ruf seines Großvaters zu folgen, möchte er lieber in die Schule gehen – eine andere Laufbahn einschlagen.

Er kann den Konkurrenzkampf zwischen den Mahana und den Poata nicht nachvollziehen und gerät deshalb nicht selten mit seinem Großvater aneinander. Der 14-jährige versteht den Trubel nicht. Wieso darf er nicht mit der Poata-Tochter in Kino gehen? Wieso hassen sich die beiden Familien so? Als er sich gegen die Verbote Tamihanas durchsetzen will, bringt er die alten, traditionellen Hierarchien durcheinander, stellt die Regeln auf den Kopf und stellt somit die Familie vor eine Kraftprobe, in der eine dunkle Vergangenheit zu Tage befördert wird.

„Mahana“ gibt einen realistisch anmutenden Einblick in das Leben der Maori der Sechziger und der eigenen Zerrissenheit zwischen Tradition und dem Aufstreben nach einer wichtigeren Rolle in der modernen Gesellschaft. Eingebettet in die sehr fotogene Landschaft Neuseelands und in erdigen Tönen vermittelt der Film gekonnt jene Bodenständigkeit und Authentizität, die ihm wirklich zugute kommt.

Im Februar wurde „Mahana“ bereits auf der Berlinale gezeigt. Jetzt kommt der Streifen in die deutschen Kinos. Anschauen lohnt sich.

Marc-Philipp Schneider (Phil Osof) arbeitet und lebt als Cross-Media-Journalist in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur von MOVING MAN Infotainment betreut er bei netzwerk recherche die Liveblog-Redaktion. Zuvor arbeitete er unter anderem als Juniorkorrespondent für die Nachrichtenagentur JIJI Press, machte bei Deutsche Welle Station und produzierte diverse Radioformate für Lokalsender.
 

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Foto: Prokino
Musik: Bensound.org ("Slow Motion" und "November") unter cc 2.0 by attribution

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