Samstag, 13. April 2013
Von: Philipp Haslbauer
 
Ein weiteres Mal haben meine On-Ear-Kopfhörer das Zeitliche gesegnet und lassen mich so musiklos zurück. Wiedereinmal war es das Kabel, das nicht mehr funktioniert, da ich die unangenehme Angewohnheit habe, mich damit an Türen zu verheddern. Es muss also ein neuer großer Kopfhörer her, der, um mein Budget zu schonen, 100€, wenn nicht weniger, kosten sollte.

Nach ausgiebigem, nächtelangem Herumsuch(t)en im Netz habe ich meine Testwahl auf vier teilweise sehr unterschiedliche Exemplare beschränken können, die ich den Kriterien Preis, Aussehen, Verarbeitung und Ausstattung, Portabilität und Komfort und Klang nach näher betrachten und vergleichen werde.

Der AKG 518 LE

Der AKG 518 LE kostet zwischen 40€ und 50€ und ist für (Amateur-)DJs konzipiert. Sein Design ist relativ modisch, was durch die acht verfügbaren Farbtöne noch hervorgehoben wird. Er ist ein On-Ear-Kopfhörer, liegt also auf den Ohren auf. Mein Testexemplar ist in Fuchsia. Das Gerät ist fast vollkommen aus Plastik, wirkt jedoch bis auf die sehr dünnen Kabel haltbar. Zum Zubehör gehören ein 3,5mm auf 6,3mm Klinkenadapter sowie eine Transporttasche. Er ist gut genug abgeschirmt, sodass ich meine Umgebung kaum höre und auch diese bekommt nicht mit, welche Musik ich gerade genieße. Außerdem ist er zusammenfaltbar, sodass man ihn gut transportieren kann. Allerdings werden die Ohren nach längerem Hören warm. Der Bügel kann aufgrund nicht vorhandener Polsterung auf den Kopf drücken, was mir sehr unangenehm war. Der Klang des Kopfhörers ist dumpf, nicht sehr klar. Stimmen sind jedoch sehr gut verständlich. Am Ehesten ist er für Musik mit Betonung auf Bass oder für elektronische Musik geeignet.

Der AIAIAI Capital

Der AIAIAI Capital ist ebenso ein On-Ear-Kopfhörer und kostet zwischen 80€ und 100€. Das minimalistische Design finde ich sehr innovativ. Auch die Materialien fühlen sich ganz anders an als bei gewöhnlichen Kopfhörern. Er ist in 4 Farbvariationen erhältlich. Die Verarbeitung scheint wirklich gut zu sein. Der aus Glasfaser und Nylon gefertigte Kopfhörer wirkt sehr haltbar und auch die Kabel scheinen fest genug, um Härterem standhalten zu können. Zudem ist er laut Hersteller gegen Regenwetter geschützt. Im Lieferumfang befindet sich außer dem Kopfhörer nichts, jedoch ist ein Mikrofon inklusive Steuerung für das iPhone in das Kabel eingebaut. Ebenso wie der AKG ist der AIAIAI faltbar und gut gegen Außengeräusche abgeschirmt, sofern (…) er richtig sitzt, was bei mir leider nicht der Fall ist. Leider passt er sich nicht der Breite verschiedener Köpfe an, sodass bei Personen, denen der Kopfhörer nicht wie angegossen passt, der Klang stark an Bass verliert und nach außen dringt. Habt Ihr jedoch einen Kopf in der passenden Größe vorzuweisen, ist er angenehm zu tragen. Der Bügel ist mit einem weichen Material überzogen, drückt also nicht. Auch hier werden die Ohren nach längerem Hören warm. Der Klang ist (bei perfektem Aufliegen) harmonisch und gut. Der Bass ist nicht so kräftig wie der des AKG 518 LE, jedoch klingt er besser. Womöglich ist er sogar zu schwach, was allerdings ebenfalls  am schlechten Sitz liegen kann. Die Höhen klingen ebenfalls gut. Durch den relativ ausgeglichenen Klang ist der AIAIAI Capital vielseitig einsetzbar.

Der Creative Aurvana Live!

Der Creative Aurvana Live! Kostet derzeit ca. 70€. Er ist ein Over-Ear-Kopfhörer, der also die Ohren vollständig umschließt (außer man hat grooooße Ohren). Er ist schwarz, hat glänzende Ohrhörer mit Metallic-Rand. In seinem Aussehen sticht er nicht hervor. Zwar besteht das Gehäuse fast gänzlich aus gewöhnlichem Plastik, doch schlecht verarbeitet ist er nicht. Das Kopfhörerkabel ist aufgrund seiner Zartheit Gewalt möglichst nicht auszusetzen. Im Lieferumfang ist eine Tasche, ein 3,5mm auf 6,3mm Klinkenadapter sowie ein Verlängerungskabel enthalten. Die Weichheit der Ohrpolster ist wahrlich überragend! Auch werden die Ohren durch sie nicht warm. Sie haben die Beschaffenheit eines kühlen Kissens im heißen Sommer. Sie sind gut gegen Außengeräusche abgeschirmt. Der Bügel ist ebenfalls gepolstert. Die Portabilität leidet darunter, dass man die Bügel nicht falten kann und die Ohrmuschel der Bauweise wegen groß ist. Der Klang ist sehr ausgeglichen und harmonisch. Da mir weder Höhen noch Bässe zu stark oder schwach schienen, sollte das Modell von Creative also für die meisten Musikrichtungen geeignet sein.

Der Shure SRH 440

Der Shure SRH 440 kostet zwischen 80€ und 100€. Er ist ebenfalls ein Over-Ear-Kopfhörer und zudem sehr groß, da er eigentlich kein mobiler, sondern ein Studiokopfhörer ist. Das Design des Shure ist sehr schlicht, an Hässlichkeit grenzend. Ein sehr funktionales Gerät also, das keinen Wert auf Aussehen legt. Vollständig aus Plastik gemacht, konnte er mich dennoch aufgrund des auswechselbaren und sehr stabilen Kabels zu Tränen der Freude rühren. Zudem ist das Kabel gedreht und so in der Länge flexibel. Im Lieferumfang sind eine Tasche und ein 3,5mm auf 6,3mm Klinkenadapter enthalten. Aufgrund der Größe des Geräts sowie des Kabels und auch seines Gewichts ist er nicht sehr gut zum Mitnehmen geeignet. Auch der Shure SRH 440 hat gute Ohrpolster. Der Sitz des Kopfhörers ist allerdings nicht optimal. Der Klang des Monstrums ist dafür wirklich ein Genuss. Er ist sehr natürlich. Teilweise so gut, dass man bei einigen Aufnahmen Aufnahmefehler wie Übersteuerung bemerkt. Zudem fühlt man sich, als sei man tatsächlich im selben Raum wie die Musiker.

Fazit

Eigentlich ist keiner der Kopfhörer wirklich schlecht, doch wird  man sich je nach Schwerpunkt der eigenen Interessen entscheiden müssen. Nicht völlig absichtlich sind die Kopfhörer bereits nach aufsteigender Klangqualität geordnet. Legt man größeren Wert auf Portabilität und innovatives Design als auf den Klang, dann empfehle ich an erster Stelle den AIAIAI Capital, wobei man wirklich darauf achten sollte, dass einem dieser richtig passt. Zudem kann man diesen auch als Headset für das iPhone verwenden! Wer nicht viel ausgeben möchte und dennoch etwas Wert auf Aussehen des Kopfhörers legt und basslastigen Klang präferiert, könnte Gefallen am  AKG 518 LE finden. Guten Klang und Tragekomfort bietet der Creative Aurvana Live!. Allerdings lässt sich dieser nicht wie die der AIAIAI oder der AKG zusammenfalten. Er wird also kaum in die Jackentasche passen. Einem Genießer, der allerhöchsten Wert auf Klang legt und womöglich lieber Zuhause Musik hört, lege ich den Shure SRH 440 ans Herz.

Für mich persönlich fiel die engere Auswahl auf den Creative Aurvana Live! und den Shure SRH 440, da mich  sowohl Klang als auch Komfort für meine Ohren überzeugten, worauf ich hohen Wert lege. Da ich allerdings unterwegs Musik hören möchte, nahm ich von dem klobigen Shure SRH 440 Abstand und entschied michletztendlich für den Creative Aurvana Live!, dessen filigrane unschuldige Käbelchen zur Zeit der Veröffentlichung dieses Artikels aber bereits Opfer einer hungrigen und grausamen Katzenmonströsität wurden.

 

Kommentare & Pingbacks (2)


Danke für das Lob. Es tut mir allerdings Leid, dass ich mit dem Artikel zu spät für Deinen Bedarf war 😉

Wie ist der Klang der Klipsch im Vergleich zu den AKG?

Die Creative waren für mich einfach die bessere Wahl. Beim AKG ist für mich der Bass einfach zu heftig. Speziell, da ich mir praktisch jedes Genre antue.

Zuvor hatte ich die Audio Technica ATH-ES7, die hiesig ehemals ca. 150€ kosteten. Nicht ganz billig, aber nicht so voluminös und im Klang und Druck genial.


Die AKG sind gut, aber nach 30min tun sie nur weh, deshalb hab ich mich für die Klipsch Image One entschienden , die auch basslastig sind, aber bequemer. Vorteil ist, dass sie auch noch ein integriertes Mikro haben, wenn man sie unterwegs am Smartphone nutzen möchte (funktioniert auch mit Android). Die Abschirmung nach außen ist bei beiden sehr gut, beim Klipsch aber noch etwas besser.

Die von Creative werden öfter empfohlen, sollen aber einen recht neutralen Klang haben, sind aber auch gut für den Home Gebrauch geeignet.

Den von Shure kenne ich noch garnicht, werde ich mir auch mal genauer angucken (bzw. anhören).

Ein wirklich guter Artikel 🙂 Wenn auch für mich leider etwas zu spät^^


 

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Cover: Ninja / flickr.com

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